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Kohorte fragt - Zebraherde antwortet

Normalerweise seid ihr an dieser Stelle immer Fragen von uns gewohnt. In diesem Fall aber sind wird auf der anderen Seite und beantworten die Fragen, die die Kohorte uns gestellt hat. Für die gestrige Ausgabe der WdK durften wir mal etwas zum Besten geben und hoffen es gefällt.

Neben schicken Choreos, sozialem Engagement, kulturellen Highlights und der Unterstützung des Meidericher SV in den hintersten Ecken der Republik, publizieren unsere beiden Ultragruppen hochwertige Fanzines zu jedem Heimspiel auf eigene Kosten.

Das Werk der PGDU heißt "Hafenpost" und die "Worte der Kohorte" oder kurz WdK erhaltet ihr bei der Kohorte.

Beide Fanzines sind absolut lesenswert und berichten über unterschiedlichste Themen rund um die eigene Gruppe, aber auch in der Duisburger Fanszene und darüber hinaus.

Tach auch liebe Zebraherde! Einige dürften euch ja schon aus dem Interview zu eurem beeindruckenden Projekt mit den TanZebras in Tansania kennen. In letzter Zeit seid ihr aber auch wieder vermehrt durch andere Aktivitäten oder durch euren Stand am Container aufgefallen, sodass wir nochmal für alle klären wollen, was es denn mit euch auf sich hat. Zumal man ja auch die Spatzen von den Dächern pfeifen hört, dass es brandneue Mitgliedsanträge gibt. Zunächst einmal aber die Frage: Wer seid ihr und welche Idee steckt hinter der Zebraherde?

Hey und vielen Dank. Hinter der Zebraherde stecken über 200 Mitglieder, welche jedoch auch in anderen Fanclubs zu finden sind. Die Idee bei der Gründung des e.V. war es, Aktionen, Choreos und Veranstaltungen als e.V. rechtlich abzusichern und mit vielen helfenden Händen umzusetzen. Das gab es damals in Duisburg noch nicht.

Seit der Gründung hat sich jedoch einiges in der Fanszene getan. Einige Projekte, welche die Zebraherde mal anstieß, werden nun erfolgreich in eigenständigen e.V. gelebt und inhaltlich kanalisierter vorangetrieben. Hier mussten wir uns fragen, ob mit ZAC, dem MSV Museum, der aktiven Ultraszene und deren Unterbau, oder dem Fangremium eine Zebraherde überhaupt noch notwendig ist. Doch dann wurde uns bewusst, dass die Flexibilität, Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit unser größtes Gut ist. Wir konnten die unvernünftigen Dinge - wie ein Museumswochenende - einfach anpacken und durchziehen, haben uns Ideen aus der Fanszene angehört und einfach mal gemacht, statt die Ideen nur zu bewundern, auch wenn die Planung auch manchmal etwas länger brauchte. Mittlerweile sind wir nun schon so weit gekommen, dass die ersten Menschen von außen mit Ideen an uns herantreten, dabei haben wir bereits aus den eigenen Reihen zahlreiche Projekte, die wir angehen wollen oder die bereits in Planung sind...

Euch gibt es ja nicht erst seit gestern, auch wenn es zwischenzeitlich ruhiger um die Zebraherde wurde. Wann hat sich die Zebraherde gegründet und was waren besondere Erlebnisse oder Ereignisse auf eurem Weg bis heute? Gebt uns mal einen kurzen Abriss über eure Geschichte.

Die Anfänge des Zebraherde e.V. finden sich im Jahr 2008. Damals zwar noch nicht als eingetragener Verein, aber mit einer motivierten und schlagfertigen Truppe. Im Jahr 2009 erfolgte dann die offizielle Gründung und etwas später die Eintragung in das Vereinsregister.

Es gibt natürlich einige Meilensteine in der Geschichte der Zebraherde und ihrem Umfeld. Als ein Fan & Freund starb und drei Kinder mit Frau mittellos hinterließ, packte die Herde an und sammelte über 13.000,-€ als Start für die noch junge Familie. Es gab die „Nacht der Zebras“, welche mit tausenden Gästen in der Duisburger Eissporthalle gefeiert wurde. Besonders toll war auch das „Museumswochenende“, bei dem man die Geschichte des MSV Duisburgs anhand hunderter Devotionalien mehrerer spektakulärer Privatsammlungen zusammentrug und diese an einem Wochenende der Öffentlichkeit zugänglich machte. Bei der legendären Schiffstour nach Köln oder dem Sonderzug zum Pokalfinale 2011 war die Zebraherde beteiligt. Die Neuauflage des Buches von Günter Preuß „Der Kapitän der Zebras“, aber auch die Begleitung von Michael Tönnies auf seinem langen Weg bis zur Lungentransplantation lagen der Herde sehr am Herzen. Nicht zu vergessen sind natürlich auch „Immersatt“ und „pro Kids“ in Duisburg, deren tolle Arbeit wir mit unserer Unterstützung wertschätzen wollten. Von der Gründung einer NGO und eines Fußballvereins in Tansania, über das Kickerturnier im alten Zebrastall, einigen Interviews mit Mannschaft, Trainer und Vorstand bis hin zum Patent auf dem lachenden Zebra ist uns schon vieles geglückt. Auch Lesungen sind eine Tradition, an die wir zuletzt mit den Grimmepreisträgern der Wochenendrebellen angeknüpft haben. Dies alles war aber nur möglich, weil es eine Menge Zebras unter uns gab und gibt, die kreativ, mutig und verantwortungsbewusst sind.

Von der Geschichte wieder zurück in die Gegenwart: TanZebras, Aufkleber, Mitfahrzentrale, wieder in Schwung gekommene Facebook-Präsenz...euer Betätigungsfeld ist breit gestreut. Erzählt uns doch mal etwas zu diesen Themen, was ihr derzeit noch alles so macht und was für verrückte Ideen für die Zukunft in euren Köpfen herumschwirren. Wir sind gespannt!

Das wichtigste zu den TanZebras haben wir euch ja bereits im letzten Interview erzählt. Die Schuhe sind mittlerweile vor Ort angekommen und es wird dazu zeitnah einen ausführlichen Bericht geben. Unser erstes Kontingent an Aufklebern ist inzwischen restlos vergriffen und wir warten sehnsüchtig auf die neue Lieferung, die mit einigen neuen Motiven gespickt und bereits auf dem Weg zu uns ist. Mit etwas Glück sollte sie bereits zum heutigen Heimspiel gegen Lautern an unserem Stand angekommen und zu kaufen sein. Mit der Mitfahrzentrale haben wir etwas umgesetzt, was eigentlich im kleinen Kreis und einer WhatsApp-Gruppe begann. Ständig war jemand auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit zu den MSV Auswärtsspielen - grade letzte Saison ja vornehmlich an Wochentagen -, sodass wir das Projekt auf die nächste Ebene gehoben haben. Die zahlreiche positive Ressonanz bestätigt uns in diesem Vorhaben. Zurzeit arbeiten wir am Re-Launch der ZH-Homepage und basteln an einer Homepage über die beste Stadt der Welt: Duisburg! Eine Homepage für Auswärtsfans, Groundhopper, aber auch normale Touristen. Dieses Projekt soll mit der Hilfe der Fanclubs und kreativen Schreiberlingen umgesetzt werden. Denn wer kann seine eigene Stadt schöner verkaufen als die Menschen, die darin wohnen?! Es wird ein „MSV-Stadt-Musik-Quiz“ als Kneipentour durch die Stadt, ein FIFA-Turnier, aber auch wieder ein Fanclubturnier geben. Natürlich streben wir für 2020 wieder eine hochwertige Lesung an. Das alles funktioniert aber nur, wenn Duisburg weiterhin aktiv und kreativ bleibt und die alten Netzwerke zusammenarbeiten, um etwas Gemeinsames zu schaffen.

Wie seid ihr denn heute organisiert? Gibt es einen Vorstand oder etwas in der Art? Und wie läuft eure Kommunikation mit anderen Fanclubs oder Gruppen aus der Kurve? Seid ihr da mit vielen im regelmäßigen Austausch?

Tatsächlich haben wir einen gewählten Vorstand, da das Vereinsrecht in Deutschland straff organisiert ist. Als Vorsitzender versuche ich (Mathias Langnickel) mich kreativ einzubringen. Marion Schübel, als 2. Vorsitzende, unterstützt mich dabei mit ihrem überragenden Organisationstalent. Als Kassenwart kümmerst sich Andreas Vogt um alles, was mit Zahlen zu tun hat. Mit Marcel Eichholz haben wir einen kreativen Kopf an unserer Seite, der alles rund um Pressearbeit und PR managt. Zudem unterstützen uns einige Zebras im Alltagsgeschäft, wie beispielsweise der Mitgliederpflege oder der Standbetreuung. Unseren Stand gibt es bei jedem Heimspiel am Fanprojekt-Container.

Um Aktionen zu platzieren und zu verbreiten, nutzen wir bislang den Mailverteiler des Fangremiums oder auch unseren Fanbeauftragten und das Fanprojekt. Natürlich passiert bei uns viel über Facebook, jedoch bevorzugen wir weiterhin die persönliche Ansprache.

Nun haben wir viel über „euch“ geredet. Eingangs wurden aber auch schon die neuen Mitgliedsanträge erwähnt. Wie kann man bei euch Mitglied werden? Was kann man als Mitglied machen und wie sehr belastet so eine Mitgliedschaft unsere klammen Geldbeutel?

(lacht) Du hast Recht! Die neuen Anträge kommen quasi soeben aus der Druckerpresse. Mit gerade einmal 1,-€ pro Monat unterstützt du die Fanarbeit der Zebraherde. Bei Veranstaltungen bekommst du Vorzugspreise, aber auch Vorkaufsrechte. Bei uns geht es jedoch weniger um große Vorteile, sondern um gemeinsam etwas zu bewegen. Dies fängt bei der etwas anderen Art von Interviews an, geht über kulturelle Arbeit, bis hin zum Ausleben und Realisieren von Ideen, über die andere nur sprechen. Machen ist halt wie wollen, nur krasser!

Zum Abschluss dann noch der obligatorische Blick in die Zukunft. Was wünscht ihr euch für die Zebraherde im Speziellen, aber auch für die Nordkurve und für den MSV insgesamt?

Es ist immer einfacher zu meckern, als selbst aktiv zu werden. Wir haben uns vorgenommen, es besser zu machen, auch wenn wir uns im Klaren sind, dass uns dabei nicht alles glücken wird. Wir wollen, dass Verein und Fanszene sich klar zueinander bekennen und diese Abhängigkeit positiv leben. Dass dies möglich ist, hat sich nicht zuletzt wieder in der Sommerpause gezeigt, als viele Fans sprichwörtlich ihr letztes Hemd gaben, um dem Verein die Lizenz zu sichern. Dieses Hand-in-Hand-Gefühl wünschen wir uns für die Zukunft.

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören wie immer euch...

Auch euch vielen Dank, dass ihr uns dieses Interview ermöglicht habt. Wir wissen eure Arbeit sehr zu schätzen und wissen, wie viel Zeit und Herzblut dahinter steckt. Zuletzt haben wir ja bereits erste Ideen und Projekte mit euch besprochen und freuen uns auf das weitere Miteinander!

Für die Zebraherde: Nicki Beaujean & Mathias Langnickel

Autor: Marcel Eichholz
Datum: 19.10.2019
gelesen: 1672 mal

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