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Wat geht eigentlich bei die Frauen?!

Die ersten acht Spieltage in der Frauen-Bundesliga sind Geschichte. Zeit für uns einmal den Trainer nach einem ersten Fazit zu fragen. Coach Thomas Gerstner steht nun seit gut zwei Jahren an der Seitenlinie und gibt den Takt vor.

Eine Aufgabe, die viele Herausforderungen mit sich bringt und nicht immer einfach ist. „Wir müssen mit einem Etat im unteren Mittelfeld der Liga arbeiten“, verdeutlicht Gerstner die Ausgangslage der Duisburger Frauenmannschaft. Gerade auf dem Transfermarkt stärkt das nicht unbedingt die Verhandlungsposition. „Gute Spielerinnen entscheiden sich oft für die bessere sportliche oder finanzielle Perspektive“, führt er weiter aus. Hier muss der Trainer, aber auch der Verein insgesamt, vermehrt auf die Förderung und Entwicklung der eigenen Talente setzen und dem Konzept des Ausbildungsvereins weiterhin treu bleiben.

Dementsprechend bescheiden fällt auch das Saisonziel aus. Alles andere als der Klassenerhalt wäre eine Überraschung. „Wir erwarten, dass wir bis zum Ende der Saison, wie in den letzten beiden Spielzeiten auch, um den Klassenerhalt spielen werden“, gibt er die Marsch­richtung vor. Je früher dieser in trockenen Tüchern ist, desto besser für die Zukunftsplanung. Die Arbeit in Duisburg ist eben eine ganz andere, als bei vielen anderen Clubs.

War die Vorbereitung mitunter doch eher holpriger und mit einigen Verletzungen und nicht erfolgreichen Testspielergebnissen durchzogen, so hatte das Ganze jedoch auch seine begründete Ursache. „Da wird keine Rücksicht auf Ergebnisse genommen, da wird viel getestet und ausprobiert“, zieht der 52-jährige insgesamt ein positives Fazit. Der Start in die Liga verlief allerdings ganz anders, als sich das Trainer und Mannschaft vorgestellt hatten. „Wir hatten das erste Spiel beim 1. FC Köln, einem Aufsteiger. Es wäre für uns wichtig gewesen, dort zu punkten, aber wir haben keine gute Leistung auf dem Feld gezeigt und uns im Prinzip selbst geschlagen“, analysiert Gerstner ganz deutlich die eigene Leistung. In den nächsten fünf Begegnungen folgten fünf Niederlagen. „Das ist natürlich nicht befriedigend, aber wir haben mit Wolfsburg, Essen, Freiburg und Bayern gegen Mannschaften gespielt, die auf einem ganz anderen Level spielen.“ Dass es nicht geklappt hat, zumindest einen Punkt aus den Partien zu entführen, ist zwar ärgerlich, war im Saisonplan des Trainers aber auch nicht fest eingeplant. „Wir sind nach wie vor optimistisch und versuchen mit harter Arbeit und viel Fleiß und Schweiß unser Ziel zu erreichen“, schaut er mit festem Blick nach vorn.

Ein erstes Erfolgserlebnis konnte am vorletzten Spieltag gegen die Elf von Bayer Leverkusen verbucht werden. Mit einem 2:1 Heimerfolg blieben die ersten drei Punkte in Duisburg und in der Tabelle konnte die rote Laterne an die Mannschaft aus Jena weitergereicht werden. Der positive Trend wurde mit einem weiteren dreifachen Punktgewinn im Auswärtsspiel beim SC Sand am letzten Wochenende fortgesetzt. Erstmalig in dieser Saison haben die Zebras somit die Abstiegsränge verlassen. Gegen die Frankfurterinnen konnten nach starker Begegnung heute jedoch leider keine Punkte in Duisburg blieben.

Das nächste Heimspiel steht bereits in einer Woche auf dem Programm. Am Sonntag, den 3. November gastiert die TSG Hoffenheim in Duisburg. Wer die Zebras unterstützen möchte, kann dies um 14 Uhr im Homberger PCC Stadion tun. Die Frauen freuen sich!

Neben Thomas Gerstner hatten wir noch das Vergnügen, mit Yvonne Zielinski und Antonia Halver­kamps sprechen zu können. Zudem haben wir mal Dennis Römer, zuständig für alles rund um das Thema Marketing und Dirk Ortmann, der nicht nur Fan der Zebras ist, sondern den Verein mit seinem Druckunternehmen FREIRAUMdruck auch im Sponsoring unterstützt, ein paar Fragen gestellt. Was die vier zu sagen hatten, könnt ihr hier lesen:

Kurzinterview mit Yvonne Zielinski:

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Arbeiterverein - Fantreue - familiär

Nach sieben Jahren beim 1. FC Köln bist du 2016 zu deinen fußballerischen Wurzeln zurückgekehrt und spielst seitdem wieder für den MSV Duisburg. Was hat dich zur Rückkehr bewogen?

Der 1.FC Köln ist damals abgestiegen. Ich wollte aber weiter in der ersten Liga spielen. Inka Grings war zu dem Zeitpunkt Trainerin beim MSV und mit den Zebras grade in die erste Liga aufgestiegen. Ich kannte sie noch aus gemeinsamen Zeiten auf dem Platz und so nahm der Wechsel, sowie die Rückkehr, seinen Lauf.

Wie beurteilst du die sportliche Ausgangslage in Duisburg und wo siehst du den MSV am Saisonende?

Die Ausgangslage haben wir uns selbst zuzuschreiben. Man hat gesehen, dass wir sogar gegen große Gegner wie den VfL Wolfsburg Tore schießen könnten, aber da tritt die Fußballfloskel ein: wenn du vorne die Chancen nicht nutzt und die Tore nicht machst, bekommst du die hinten rein. Am Saisonende will ich uns natürlich über dem Strich sehen!

Wie schaffst du es, neben deinem Full-time Job, auch noch als Profi auf dem Rasen zu stehen?

Oft ist es nicht leicht und ich muss in gewissen Dingen zurückstecken oder mehr investieren, aber da ich das Fußballspielen liebe und es gerne mache, ist es nicht unmöglich.

Kurzinterview mit Dennis Römer:

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ZebraStreifen - Ruhrpott - Leidenschaft!

Was ist deine Aufgabe?

Ich bin seit Februar 2015 beim MSV Duisburg tätig. Nach einem Praktikum in der administrativen und organisatorischen Abwicklung des Frauenfußballs und einem Nebenjob im Bereich Marketing Frauenfußball, kümmere ich mich seit Oktober 2015 als dualer Student beim MSV um die vertrieblichen Sponsoringaktivitäten der MSV-Frauen im Bereich Clubmarketing & Sponsoring Frauenfußball - unabhängig von unserem externen Vermarkter der Herren.

Wie hat sich die WM der Frauen auf deine Arbeit ausgewirkt?

Um ehrlich zu sein merkt man, wahrscheinlich auch aufgrund der Tatsache, dass wir beim MSV Duisburg zwar über einige Nationalspielerinnen verfügen, jedoch nur eine aktive Turnierteilnehmerin gestellt haben (die sich leider auch noch in der Vorbereitung verletzte), auf Vereinsebene nur geringe Effekte durch die WM. Der Frauenfußball ist prinzipiell auf einem guten Weg. Auch in der Duisburger Region versuchen wir durch Teamgeist, Mentalität und Zusammenhalt an die vergangenen Erfolge des FCR aufzuschließen, jedoch muss die Strahlkraft des Frauenfußball in Deutschland auch in Zukunft weiter zunehmen, um aus solchen Events nachhaltig bzw. langfristig zu profitieren.

Ist es nun einfacher Sponsoren zu finden oder hat es sich verkompliziert?

Auch hier lassen sich eher geringe Effekte ableiten. Auch wenn wir im Sponsoringbereich in den letzten drei Jahren eine stetige Verbesserung verzeichnen konnten, liegt dies aus meiner Perspektive eher an der kontinuierlichen, sportlichen Verbesserung, dem sympathischen und familiären Umfeld des Frauenfußballs, sowie den vergleichsweise geringeren Sponsoringsummen als im Herrenfußball für ein faires, auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittenes und vor allem aktivierendes Rechtepaket auf meist lokaler bzw. regionaler Ebene.

Wie siehst du die Entwicklung der Frauenabteilung des MSV?

Die Entwicklung des Duisburger Frauenfußballs sehe ich durchaus positiv. Gerade die Schlagworte, die den Duisburger Frauenfußball für uns auszeichnen, wie nahbar, persönlich, sympathisch, leidenschaftlich, zukunftsorientiert und professionell, verkörpern unsere Teams allesamt. Dadurch ist es möglich, unsere kontinuierliche Entwicklung weiter fortzuführen. Dies zeigt vor allem unser Frauen-Bundesliga-Team, mit dem wir nun im dritten Erstligajahr auf den Trainerpositionen sowie im gesamten Bundesligakader mit einer seit langem deutlich geringeren Personalfluktuation und einem ruhigen Umfeld an unserem Ziel, dem erneuten Klassenerhalt, arbeiten können. Man weiß hier also, was man an Duisburg und dem MSV hat!

Kurzinterview mit Antonia Halverkamps:

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Traditionsverein - Heimat - Kämpfer

Du bist eine waschechte Duisburgerin und spielst seit der B-Jugend für den MSV. Vor kurzem hast du deine Abi gemacht und „nebenher“ noch voll trainiert und auf dem Platz gestanden. Wie hast du es geschafft Schule und Sport so souverän parallel laufen zu lassen?

Es war zwar teilweise eine sehr stressige Zeit, wo ich auch öfter auf Auswärtsfahrten im Bus gelernt habe, aber wenn man den nötigen Ehrgeiz und die nötige Disziplin an den Tag legt, kann man sehr viel erreichen. Ich hatte glücklicherweise auch viel Unterstützung. Den Leuten, die mich unterstützt haben, bin ich sehr dankbar.

Wie beurteilst du die sportliche Ausgangslage beim MSV und wo siehst du die Mannschaft am Ende der Saison?

Wir haben uns anfangs ein bisschen schwergetan. Die Mannschaft hat aber gezeigt, dass wir den nötigen Biss und die nötige Leidenschaft haben, um unser Ziel zu erreichen. Jede einzelne Spielerin hat ihre Qualitäten. Dementsprechend bin ich der Meinung, dass wir die Klasse halten werden. Es heißt: alles geben und uns vorne, für unsere Arbeit, belohnen.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Ich studiere jetzt Soziale Arbeit und bin gespannt, wie es mir gefällt. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.

Kurzinterview Dirk Ortmann:

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Tradition - ehrliche Arbeit - Zusammenhalt

Was verbindet dich mit dem MSV und insbesondere mit der Frauenmannschaft?

Als gebürtiger Duisburger habe ich natürlich schon eine langjährige Verbundenheit mit den Zebras. Mit sechs Jahren war ich zum ersten Mal in der Nordkurve im alten Wedaustadion. Als kleiner Junge hatten mich die Atmosphäre im Stadion und die Fans nachhaltig beeindruckt. Seitdem gehe ich, so oft es die Zeit zulässt, zu den Zebras.

Die Frauenmannschaft vom MSV ist zum ersten Mal in Person von Dennis Römer an mich herangetreten. Er ist dort zuständig für alles was Marketing, Sponsoren, etc. angeht. Das Konzept, welches mir dort nahegebracht wurde, hat mich überzeugt und ich bin hängen geblieben.

Was hat dich bewogen den MSV und im Besonderen die Frauenabteilung zu unterstützen?

Zunächst einmal muss man dafür nur ein Stück weit in die Vergangenheit blicken. Nach dem Lizenzentzug und dem damit verbundenen Zwangsabstieg im Jahr 2013 habe ich für mich beschlossen, mich stärker beim MSV zu engagieren - soweit das im Rahmen eines kleinen Unternehmers möglich ist. Im Jahr 2017 bin ich dann zur Frauenfußballabteilung des MSV gekommen. Für mich gehören sie einfach mit in die MSV Familie und der Frauenfußball weist ja in Duisburg eine langjährige Geschichte auf. Diesen Teil städtischer Tradition möchte ich unbedingt unterstützen. Frauenfußball am Standort Duisburg gehört einfach in die 1. Bundesliga!

Autor: Marcel Eichholz
Datum: 28.10.2019
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